Bedauerlicher Weise endet dieses Jahr die für den JAP Anonymizer der TU-Dresden (sog. AN.ON-Projekt) bisher durch öffentliche Zuschüsse gesicherte Finanzierung. Der weitere Betrieb des AN.ON-Dienstes soll nach dem Bekunden der Betreiber über ein Spin-Off gewährleistet werden. Hierfür wurde eine sog. Payment-Kaskade eingerichtet, deren Nutzung mit uneingeschränktem Datendurchsatz in Zukunft nur noch zahlenden Kunden vorbehalten sein soll. Nichtzahler müssen sich dann mit einem geringeren Datendurchsatz zufrieden geben.
Nun ist allein der Umstand der Zahlung für den wirklich sinnhaften Dienst angesichts der inflationären Datensammelwut allerorten keine weiteren Diskussionen wert. Nur das volumenbasierte Abrechnungsmodell des Dienstes weckt Argwohn hinsichtlich einer Einschränkung der Anonymität der Nutzer: Am jeweiligen Mix werden die vom Nutzer generierten Transfervolumina erfaßt und zu Abrechnungszwecken über einen bestimmten Zeitraum gespeichert. Nun mag man einwenden, dass zum einen die Zeitdauer der Datenspeicherung gering ist und zum anderen wegen der schon exisitierenden Speicherpflichten die Vertrauensschwelle der Nutzer nicht zwingend weiter abgesenkt wird. Dennoch scheint ein Blick auf Alternativen legitim ....
Als eine solche Alternative präsentiert sich seit einiger Zeit das Tor-Netzwerk. War es anfänglich wegen der noch geringen Beteiligung von Nodes hinsichtlich des erreichbaren Datendurchsatzes anderweitigen Alternativen noch unterlegen, so kann man Tor (zumindest für webbasierte Dienste) nunmehr ohne spürbare Geschwindigkeitseinbußen durchaus funktional nutzen. Der Vorteil hierbei: eine Filterung ist nur schwerlich möglich, da aufgrund der dezentralen Struktur nicht “der” end node existiert. Vielmehr besteht hinsichtlich der verfügbaren end nodes aufgrund der Struktur des Netzwerkes per se eine große Varianz. Darüber hinaus bietet das Netzwerk sog. hidden services, mittels derer ein anonymes Publizieren von Information ohne weitere möglich ist.
Tor Clients stehen für eine Vielzahl von Betriebssystemplattformen bereit. Die Mac-Gemeinde kann dabei entweder unmittelbar auf die Sourcen zurückgreifen oder nutzt die binary packages.