Abseits von den üblicherweise hier diskutierten Themen heute mal ein Ausflug in die materielle Dialektik des Marxismus, mit dem ich zugleich die Anregung des Betreibers des 37sechsBlog’s aufgreife, “selbst ein Blog anzulegen”, um mitreden zu können:
Nun hatte sich Herr Skowronek nach einer zugegeben auch von mir polemisch geführten ”Diskussion” auf das für ihn - vermeintlich - sichere Terrain der ideologischen Auseinandersetzung zurückgezogen und solche” Schwergewichte” wie Marx, Heine und Tucholsky bemüht, um seinen Standpunkt zu manifestieren. Satz und Sieg deutlich vor Augen zauberte er die augenscheinlich immer als Schreckgespenst für seine Gesprächspartner vorgeführte Marxistische Lehre aus dem Hut, um darauf zu verweisen, dass deren vorbezeichneten ideologischen “Kämpfer” die undifferenzierte, polemische Reflexion über Gesellschaftsverhältnisse als eigentliche Grundlage ihrer Gesellschaftskritik verstehen. Mein Hinweis, dass eben jene marxistische Gesellschaftslehre und die aus ihr entspringende materialistische Dialektik nach den mir vorliegenden Informationen gerade die dezidierte und differenzierte Betrachtung gesellschaftlicher Verhältnisse als Kern ihres Wesens begreift, was sich im übrigen deutlich in der Theorie von der qualitativen Anhäufung von Materie und deren Umschlagen in eine neue Qualität manifestieren würde, kam allerdings nicht so gut an und führte in der Konsequenz zur Löschung meines Beitrages. Eigentlich schade, denn gerade hatten wir “die Kuh vom Eis geholt” und uns dem überhaupt greifbaren Kern des ansonsten sehr inhaltlosen Beitrags genähert. Nun ja - augenscheinlich versteht sich der Betreiber des vorbenannten Weblogs, wie die Vielzahl seiner Beiträge beweisen, mehr auf das grobschlächtige Bedienen von Plattitüden gegen den Klassenfeind sowie auf die aggressiv vermarktete Selbstdarstellung mittels sex-sells-Strategie (eine augenscheinliche “Schwäche” aller in diesem Dunstkreis anzutreffenden Persönlichkeiten) als auf eine befruchtende Diskussion mit Andersdenkenden.
Dies bringt mich zu einer abschließenden Bitte: Liebe Damen und Herren Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsratspropagandisten! Soweit sie ihre Fußtruppen mit dem marxistisch-leninistischen Rüstzeug der Klassenlehre ausstatten, sollten sie zukünftig darauf achten, dass das hierbei aufgeschnappte Wissen über die bloße Begriffskenntnis hinausreicht. Nichts ist peinlicher als ein unzureichend geschultes Sprachrohr, dass sodann mit heruntergelassener Hose auf dem Schlachtfeld dem Feind gegenübersteht und in stoischer Ruhe immer wieder die gleichen inhhaltslosen Worthülsen abfeuert. Nehmen sie sich doch mal ein Beispiel an der theologischen Lehre - dort nahm die Erlangung der Sachkenntnis hinsichtlich der marxistisch-leninistischen Theorien bisher einen nicht unbeträchtlichlichen Teil der Ausbildung junger Theologen ein. Warum wohl?
PS: Lieber Herr Skowronek - Sie sollten wegen eines gelöschten Postings selbst nicht
jammernd durch die Gegend ziehen, soweit Sie in ihrem Blog das gleiche Recht für sich selbst beanspruchen. Wo bleibt denn da Ihre Moral?
ein sehr schöner Beitrag. Ich schätze das auch an meinen Wahlfach Rechts/Staatsphilosophie, daß man das nötige Rüstzeug bekommt, um solch inhaltsleeren Platitüden (Frankfurt, Bullshit?) zu entlarven.