Nachdem die Junge Union Wittmund im Kreativitätswettbewerb um die unglaubwürdigste Außendarstellung vermeintlich uneinholbar vorgelegt hat, kontern nunmehr die Jusos aus Hessen mit einem klassischen Fléche und ziehen damit im Kampf um den heiligen Gral der politischen Jungeliten wieder mit der JU gleich. Aufhänger der Geschichte ist die Aktion “Ein Grundgesetz für Schäuble” - geboren und gewachsen in den Tiefen der Netzes, mangels eigener Kreativität der Jusos von diesen “aufgegriffen” und unter dem Deckmäntelchen der originären Ideenträgerschaft nunmehr für eigene Zwecke instrumentalisiert. An sich nicht weiter schlimm - letztendlich zählt ja vorrangig das Ergebnis. Dumm nur, dass die Jusos dabei gleich noch das Engagement der eigentlichen Initiatoren dieser Aktion assimilierten und unter ihr kleines rotes Wimpelchen hängten. Klar - im Weltbild der politisch engstirnig
einseitig motivierten “Generation Pisa” ist sicher kein Platz für “bloßes” staatsbürgerliches Engagement - es muss schon parteipolitisch gefärbt sein, denn nur dann läßt es sich in Denkstrukturen pressen und dem eigenen Fortkommen widmen.
Auch in der Sache selbst kommen die Jusos nicht unbedingt glaubwürdig rüber. Wo waren denn ihre zarten Stimmchen, als ein Herr Wiefelspütz im honorigen Gleichklang mit dem Innenminister das Luftverkehrssicherheitsgesetz propagierte? Wo war der Beifall, als besagtes Luftverkehrssicherheitsgesetz vor dem BVerfG mit Pauken und Trompeten durchfiel? Wo war der Aufschrei der Empörung, als Herr Wiefelspütz im Schlingerkurs auf die “Onlinedurchsuchung” zusteuerte? Wo wart ihr, als Frau Zypries die Speicherung der Onlineverbindungsdaten um ein Jahr vorzog? Was habt Ihr eigentlich in der Schily-Ära so getrieben?
Eines muss man den Jusos allerdings lassen: Die langatmigen Rechtfertigungs- und jede-Schuld-von-sich-weisen-Orgien beherrscht die pseudo-intellektuelle Einfallslosigkeit schon wie ihre großen Vorbilder. Weiter so - Mädels und Jungs! Wenn ihr groß seid, werdet ihr sicher ganz tolle Berufspolitiker. Ihr werdet zwar keine eigenen Ideen zur Gestaltung der Gesellschaft haben aber es reicht ja, jemand zu kennen, der solche Ideen hat. Die muss man dann nur noch dem Wahlvieh als eigene verkaufen. Ist die Welt nicht schön?